Strom teilen – mit dem „Nachbarn“ – mit Gemeinschaftsstrom von Buzzn

Strom teilen - mit dem "Nachbarn" - mit Gemeinschaftsstrom von Buzzn

Über einen Facebookpost von Hof Butenland, dass deren Windkraftanlage nun Strom an Buzzn liefert, bin ich schon vor zwei Jahren auf das Thema Gemeinschaftsstrom gestoßen. Seitdem bin ich dabei. Und ich bin auch ein wenig stolz darauf, dazu zu gehören. Denn ich mag gute Ideen, die weg gehen von Globalisierung und Preiskampf und hin gehen zu mehr Gemeinwohldenken und Nachhaltigkeit.

Gemeinschaftsstrom, was ist das?

Gemeinschaftsstrom ist eine Idee aus der Ecke der sogenannten Sharing Economy in der Menschen untereinander teilen bzw. austauschen was sie haben.

Strom teilen - mit dem "Nachbarn" - mit Gemeinschaftsstrom von BuzznDie einen erzeugen dezentral z.B. über eine Solaranlage auf ihrem Dach oder über eine Windkraftanlage Strom. Sie verbrauchen oft nur einen bestimmten Teil des Stroms. Den überschüssigen Strom speisen sie dann gegen Vergütung ins Netz ein. Das sind dieStromgeber.

Und andere, die Strom brauchen, nutzen dann den lokal und ökologisch produzierten Strom von ihrem „Nachbarn“ bzw. einem Mitglied der Strom-Gemeinschaft. Das sind die Stromnehmer.

Damit nicht jeder selber losrennen und sich einen Partner suchen muss oder versucht, ein Stromkabel zum Nachbarn zu legen :-), steht dazwischen eine Firma, die sich um all das kümmert – die Buzzn GmbH aus München.

Buzzn

Buzzn wurde 2010/2011 von Justus Schütze – der früher als Manager bei Vattenfall tätig war – und Danusch Mahmoudi als Münchener StartUp gegründet.
Buzzn fungiert als Stromanbieter/-vermittler wie auch die vielen anderen Stromanbieter. Als Stromkunde (bzw. in diesem Fall als „Mitmacher“) lässt sich für mich in der Handhabung kein großer Unterschied zu anderen Stromanbietern erkennen – außer dass die Rechnung per eMail kommt.
Mit dem Preis bin ich – als ehemaliger Ökostromabnehmer – zufrieden. Es war im Jahr geringfügig teuerer als vorher. Aber ich renne eh nicht Billigpreisen hinterher, sondern möchte gute Ideen unterstützen.

Als Stromgeber kommen hier nicht nur Stromproduzenten in Frage, deren Anlage über das EEG (Erneuerbare Energien Gesetz) oder das KWKG  (Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz) gefördert wird. Sondern Buzzn unterstützt grundsätzlich auch Stromgeber ohne staatlich geförderte Anlagen.

Wie funktioniert das „Stromnehmen“ in der Praxis?

Bei Buzzn läuft alles online, von der Ummeldung bis zur Rechnung. Diese wird als pdf-Datei per Mail versandt. So spar ich mir das Lochen und ablegen.
Fragen per Mail wurden bislang auch gut und zeitnah per Mail beantwortet. Aber natürlich gibt es auch eine Telefonhotline.
Gaaaanz selten gibt es auch mal neue Infos per Mail, d.h. man wird nicht ständig mit Werbung oder ähnlichem zugetextet.
Die Webseite ist übersichtlich und gut strukturiert. Stromnehmer und Stromgeber finden dort schnell die benötigten Informationen zum Mitmachen, Preise und aktuelle Informationen rund um das Thema im Blog.
Unter http://www.buzzn.net/karte/ kann man auf einer Karte sehen, wo die einzelnen Stromgeber und Stromnehmer sind (natürlich nur mit Name und ohne Anschrift). Manche sind aber auch mit Foto. Ich weiss noch wie stolz ich war, als ich endlich auf der Karte erschien. Ihr könnt mich ja mal suchen, was nicht schwer sein wird.
Leider sind es noch recht wenig Nutzer, so dass ich mich selber auf der Karte finden kann ohne Vergrößern zu müssen. Auf dem Bild von heute bin ich das a von Hannover :-).
Strom teilen - mit dem "Nachbarn" - mit Gemeinschaftsstrom von Buzzn

Die politische Komponente

Buzzn unterstützt mit der Idee auch die Ziele der Energiewende, mehr erneuerbare Energien zu produzieren und hat für die Macher als auch für die „Mitmacher“ auch eine politische Komponente.

Mitglied bei Buzzn zu sein ist für viele auch eine Art „Statement“ gegen Globalisierung, riesige und mächtige Stromkonzerne, gegen Atomstrom und für erneuerbare Energien sowie für mehr Gemeinschaftsdenken. Und ein wenig ist das auch ein Statement gegen das Spielchen der „Anbieterwechselfüchse“, die jährlich stolz zum billigsten Anbieter wechseln und somit Kosten verursachen und den Preisdruck unterstützen.

Fazit

Ich wünsche mir, dass mehr Menschen diese Idee unterstützen und „Buzznianer“ werden.

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