Selbständig oder doch lieber angestellt?

selbständig im Homeoffice

Zusammenfassung

In diesem Blogartikel erfährst Du etwas über meine gedankliche Reise rund um die Frage, ob und womit ich mich  selbständig machen sollte oder besser doch nicht. Und Du erfährst etwas über das Ergebnis des  FDUP-Tests, der meine unternehmerischen Fähigkeiten analysiert hat aber scheinbar noch aus der Denke des Industriezeitalters stammt.

Die Reise

Seitdem ich mich im Mai 2015 entschlossen habe, nach 27 Jahren meinen sicheren Job aufzugeben und herauszufinden, was ich mit meinen Ideen, Querdenken und Begeisterungsfähigkeit noch alles entdecken und machen kann, überlege ich, ob und womit ich mich selbständig machen könnte. Da mich gute Ideen nur so anfliegen, war mir klar, da werden ein paar Ideen kommen.  Insbesondere, wenn ich Zeit habe, mich nach dem anstrengenden letzten Jahr wieder auf mich zu besinnen und in diese neue Welt, die sich mir im Mai   auf dem Freiräumecamp in Hannover eröffnet hat, einzutauchen.  Ein Vortrag von Niels Pflaeging über neue Unternehmensstru
kturen im Informationszeitalter, Scrum, Unternehmen auf agile Methoden umstellen, Lean Management, Tribal Leadership, Design Thinking und und und.

Raus aus dem Kokon, der sich so langsam aber sicher um mich gewickelt hatte.
Selbständigkeit, das hörte sich ziemlich verlockend an.  Freie Zeiteinteilung, ich kann meine Ideen erarbeiten, wann ich ich –  auch mal nachts.  Ich kann mich .- wie jetzt auch – immer wieder in neue Themenstellungen einarbeiten und neue  Menschen kennenlernen. Ich kann alle meine vielen Fähigkeiten einbringen und bin nicht – wie z. B. in großen Firmen meist üblich – als Spezialist  auf bestimmte Tätigkeiten beschränkt. Oder ich kann – wie jetzt gerade – meine Arbeit im Garten erledigen und mir den Wind um die Nase wehen lassen.

Oder ein Startup mit mit-/gründen, das ein Produkt oder Service mit Social Impact auf die Beine stellt und mich dort  mit meinen Ideen gleichberechtigt einbringen.

Ja aber womit denn selbständig machen?

Ideen habe ich in der Zeit einige entwickelt. Naja, was heisst entwickelt. Ich sehe ein Problem und (wie damals bei Wiki von den Wikingern) schießt mir die Lösung in den Kopf und ich denke „Das musst Du unbedingt mal durchdenken und recherchieren“.

OK, manche Lösungen gibt es schon. Auch gut, kann ich die nutzen und hab wieder was neues gelernt.

Produkte

Ich habe inzwischen ein paar Ideen für Produkte entwickelt und im Freundeskreis gab es dafür positives Feedback. Aber ich habe leider keine Ahnung davon, wie die Vorgehensweise ist, um die in Deutschland nachhaltig produzieren zu lassen und dann noch in den Vertrieb zu geben. Will ich  das wirklich alles neu lernen? Oder finde ich Leute, die davon Ahnung haben und mitmachen? Hm…

Innovations- oder Changeberatung

Mit meinem guten Blick für Prozesse und menschliche Bedürfnisse könnte ich auch in das Beratungsgeschäft einsteigen. Ich habe zwar kein Studium  in die Richtung aber ein gutes Gespür, einen scharfen Verstand. Ich finde oft beim um die Ecke denken innovative Lösungen, die Kollegen in Erstaunen versetzen und am Ende so einfach klingen, dass man da schon früher hätte drauf kommen können.

Und natürlich habe ich in meiner langen Berufserfahrung viel erlebt und gesehen und einige Umstrukturierungen mitgemacht oder war selber  in einem Umstrukturierungsprojekt tätig.

Aber reicht das wirklich für eine Selbständigkeit? Will ich ständig neue Aufträge aquirieren müssen und wie läuft das Geschäft überhaupt?

Oder Speaker auf Veranstaltungen rund um NewWork, Gemeinschaft, Collaboration, agiles Mindset etc. wäre auch spannend, aber wie komme ich da ran? Naja und dabei käme mir dann auch in  die Quere, dass ich ungern durch Deutschland reise und  ggf. mehr im Hotel übernachten müsste  als ich zuhause bin. Daher scheiden die ganzen IT-Beraterjobs auch aus, weil dort meist uneingeschränkte Reisebereitschaft gefordert wird.

Interessante Web- und Appprojekte

Dann hab ich noch drei Ideen für Webprojekte mit Social Impact entwickelt – ja, ein kleiner Weltretter steckt auch in mir.  Die eine Idee hat auch schon ein Konzept bei der ich das Angebot mit verschiedenen fiktiven Personen (Personas) betrachtet und die Bedürfnisse aufgeschrieben habe. Außerdem habe ich mir Gedanken für die Preisstruktur gemacht.

Aber sollte ich das wirklich machen? Und wo kriege ich gute Entwickler und weitere Mitstreiter her? Und wer soll die bitte bezahlen?

Eine Beratung muss her

 

Schlaumachen. Eine Beratung muss her. Selbständig oder nicht?
Wer macht mich mal schlau, bitte?

Also  habe ich  ein Beratungsangebot namens  „Selbständig oder doch lieber angestellt?“ in Anspruch genommen. Ein Teil der Beratung war der FDUP-Test, der meine Unternehmerfähigkeit analysieren sollte. Es gab 90 Fragen mit je zwei Antworten.

Leider scheint der Test noch aus der „alten Welt“ (oder der aktuellen Wirtschaftswelt??) zu stammen in der es um höher, schneller, weiter, der Beste sein, sich um jeden Preis durchsetzen geht. Nur ist das so gar nicht meine Welt. Meine Welt ist New Work, Generation Y, Management 3.0,  Collaboration, Gemeinschaft, Selbstorganisation und Lean Management. Und da geht es mehr darum,  den anderen als Menschen mit all seinen  Ausprägungen zu sehen. Es geht um Selbstorganisation, Arbeiten auf Augenhöhe, die Möglichkeit, in  Firmen mitzugestalten, um Teamwork, aktives Zuhören, gewaltfreie Kommunikation und und und.

Naja und wie es denn so kommen muss, wenn man so einen Test macht, der – nach meiner Meinung – auf einem alten Werte- und Arbeitsweltsystem basiert, hab ich nicht sonderlich gut abgeschnitten. So mittig halt –  was für mich mal ne neue Erfahrung ist.

Insbesondere beim Thema Durchsetzungsfähigkeit hatte ich mich geweigert, diverse Antworten anzukreuzen die in die Richtung gingen,  dass ich um jeden Preis meine Strategie und meinen Willen durchsetzen will. Ich habe dann immer schön die anderen Antworten genommen, in denen es um Kooperation, Teamgeist, gemeinsam den besten Weg suchen  ging. Was nicht heißt, dass ich mich nicht durchsetzen kann. Aber ich höre mir  gerne andere Sichtweisen an und überlege, was die beste Lösung ist oder lasse mich durch Aussagen von anderen inspirieren. Und gemeinsam kommt man oft auf die besten Lösungen , Stichwort kollektive Intelligenz.

Eine Frage ging dann noch darum, ob es im Leben darauf ankäme, schwer zu arbeiten um etwas zu erreichen. Naja, da musste ich schon wieder die andere Antwort ankreuzen. Denn ja, ich  habe schon viel und lang gearbeitet und kann bei meinem Arbeitsdrang manchmal schwer aufhören, wenn ich gerade im Flow bin. Aber ich würde das nicht als harte Arbeit bezeichnen, denn Lernen, Denken und Kreieren macht mir eben Spaß. Harte Arbeit wäre für mich eher harte körperliche Arbeit  und da würde ich eingehen – z. B. beider Hitze auf dem Feld oder als Dachdecker oder Paketbote zuarbeiten.

Mein Fazit

Zu dem Test ist mein Fazit, dass er schon richtig erkannt hat, dass ich nicht der knallharte Unternehmertyp bin. Aber ich wollte ja auch keine Aktiengesellschaft gründen.  Ansonsten hat er schön bestätigt, dass ich etwas anders ticke wie vielleicht die Mehrheit des Mainstreams.

Sofern meine Ideen in die Welt wollen, bin ich sicher, irgendwann die richtigen Leute zu treffen. Und das Planen allein macht schonmal Spaß vor allem wenn ich damit neu gelernte Methoden wie Scrum und Prince2 anwenden und selber durchdenken kann. Und  manche Ideen kann ich auch erstmal nebenbei aufbauen und wenn das Gerüst (also z.B. die Webseite) steht, dann loslegen.

Ansonsten hoffe ich, dass ich bald ein Unternehmen (oder ein Startup) finde, für die meine Werte kein Fremdwort sind und wo ich mich mit allem, was ich habe einbringen kann. Oder dass der Job mit Homeoffice und zwei Tagen Präsenz vor Ort was wird. Das wäre  auch super.

 

P.S. Augenhöhe, NewWork, Management 3.0 was ist das denn alles?

Wer von meiner „Welt“ nur Bahnhof versteht, oder denkt, ich sei ein Träume und solche Firmen oder Art zu arbeiten gibt es nicht, dem seien die beiden Filme Augenhöhe empfohlen, die kostenlos zu sehen sind – online oder auf einer der zahlreichen Veranstaltungen.