Digitalisierung – einfach erklärt

Menschen in der Digitalisierung

Ein wichtiges Thema heutzutage  ist die Digitalisierung. Zum einen, weil sie unser alltägliches Verhalten beeinflusst und weil es viele Firmen ins Straucheln gebracht hat, während andere wie Phönix aus der Asche aufgestiegen sind.

Was genau ist das aber, diese Digitalisierung?

Die Digitalisierung ist eine umwälzende Veränderung, die mit großen Schritten ins Leben der meisten Menschen  eingezogen ist. Also in das Leben der Menschen, die privat oder beruflich Smartphone, Tablet oder PC nutzen.  Und das dürfte wohl die Mehrzahl der Menschen sein. Die Technik hält immer mehr Einzug in unser Leben und verändert dieses und unsere Arbeitswelt.

Und Firmen müssen sich neu ausrichten, neue Dinge etablieren, digitale Geschäftsmodelle entwickeln und auch die Mitarbeiter bei diesen Veränderungen mit auf die Reise nehmen.

Ein paar Beispiele:

Der stationäre Handel

Auch die Händler vor Ort leiden unter der Digitalisierung. Des einen Leid, des anderen Freud. Und auch hier ist Kreativität gefragt,  um Leute in das Geschäft zu locken und zum Kaufen zu bewegen. Werbung und Beratung sind nicht mehr alles. Rabattpunkte, Sonderangebote, Aktionen etc. sollen Kunden locken.

Wer heute keinen Onlineshop hat und nicht an Haupteinkaufsstraßen liegt, hat meist schonmal verloren. Der Preis bestimmt viele Kaufentscheidungen und einige nutzen dreist die Beratung vor Ort und kaufen dann aber günstig im Internet. Ich frag mich, wann der Handel einen Preis für die Beratung nimmt, den man  beim Kauf dann erstattet kriegt.

Online-Bestellungen

Viele Menschen bestellen ihre Waren online. Vorher recherchieren sie ausgiebig nach Bewertungen und Preisen im Netz.  Viele Firmen müssen sich umstellen, denn sie stehen mehr und mehr im Wettbewerb und sind ohne großen Aufwand vergleichbar. Ist doch gut, oder?

Also brauOnline-Bestellungenchen die Firmen einen guten und sicheren Online-Shop, und gute Preise. Und weil die Konkurrenz ab einer bestimmten Mindestbestellsumme keine Versandkosten verlangt, ist es vorbei mit verursachergerechten Versandkosten und es wird umgestellt auf kostenlosen Versand. Dies geht dann zu Lasten der Firma und der Arbeitsplätze (sofern z.B. wie bei Büchern eine Preisbindung besteht) oder wird halt auf die Preise aufgeschlagen. So haben wir alle was davon.

Gewinner dürften hier die Paketdienstleister sein, die immer mehr Mitarbeiter für diese nicht unbedingt attraktiven Jobs benötigen, die bald die Pakete zu einem bringen. Aber Amazon plant ja schon  mit Lieferdrohnen. Dann kann man vermutlich nicht mehr gemütlich im Garten sitzen und in den freien Himmel gucken weil dort kreuz und quer die Paketdrohnen fliegen oder vielleicht auch mal kollidieren und abstürzen.

 

Ein Rezensionssystem wird aufgesetzt, damit sich Kunden über die Ware austauschen können und mehr Kunden bei entsprechend guten Bewertungen bestellen oder sogar dadurch die Hotline entlastet wird..

SocialMedia-Kanäle werden etabliert und nach deren  Spielregeln bespielt. Dafür braucht es   spezielle Mitarbeiter  – SocialMedia- oder Online-Marketing-Manager – eingestellt, die diese betreuen, Online-Werbung schalten und auswerten und Fragen beantworten.

Wurde früher direkt bei der Bank überwiesen, hat irgendwann das Online-Banking Einzug gehalten.  Aber auch das reicht heute nicht mehr. Wer auf seiner Webseite keine aktuellen Zahlungsmethoden anbieten kann wie Paypal oder Sofortüberweisung, verliert schnell Kunden. Denn bequem will man es ja auch haben. Wer will schon bei jeder Überweisung oder Lastschrift die lange IBAN eingeben?

Ja und bei Fragen der Kunden wird auch ein  schneller Kanal benötigt, telefonieren ist auch out. Also muss die Firma  per Buchstaben erreichbar sein. Ein eigenes Chatprogramm muss her und Leute, die die Facebook-Community betreuen.

 

Finanzen

Früher, da hatten die Kunden eine persönliche Beziehung zur Bank und gingen mehr oder weniger dort vorbei um sich beraten zu lassen oder eine Überweisung abzugeben. Heute kennen nur noch die wenigsten ihren Bankberater. Recherchen erfolgen online, wer braucht da noch Beratung?

Es gibt verschiedene Beratungsapps z.B. für das Wealthmanagement (Vermögensmanagement), multibankenfähiges Online-Banking und immer mehr FinTech-Unternehmen  kommen mit neuen, innovativen Ideen und kostenlosen Konten auf den Markt.  Kein Wunder, dass die Banken  gerade ein wenig schwächeln – mal abgesehen vom Zinsniveau.

Produktionsindustrie

Auch hier zieht immer mehr Technik ein. Roboter am Fließband, die Arbeiten abnehmen oder überwachen oder bei schweren Hebeaufgaben helfen. Der Arbeitsplatz wird immer standardisierter und weniger Vielfältig, weil alles auf Effizienz ausgelegt ist. So macht ein Arbeiter weniger verschiedene Handgriffe und ist so schneller. Aber mach so ein Job noch Spaß?

Buchhandel

Im Urlaub entspannt ein gutes Buch lesen. So ein Bild – also Reisen mit einem echten Buch – wird wohl bald der Vergangenheit angehören.  Immer mehr Menschen kaufen sich online-Bücher und lesen es dann auf ihrem eBook-Reader. Ist ja auch praktisch.

Reisen mit Buch

  • Das Buch ist sofort da. Man muss nicht auf die Lieferung warten oder im Buchhandel anrufen und hinfahren wenn es da ist.
  • Man kann mehrere Bücher mitnehmen, ist ja schön leicht. Und gut für Leute, die noch nicht vorher wissen, was sie lesen wollen.
  • Man  kann in den Büchern saubere Notizen anbringen, sieht, welche Passagen schon von anderen markiert wurde oder kann sich Texte übersetzen lassen.
  • Und die eBook-Ausgaben sind meist einiges günstiger als gedruckte Bücher.

Bei Amazon z.B. kann man mit Kindle Unlimitted für 9,99 Euro im Monat bis zu 10 Bücher kostenlos runterladen. Und manchmal sind auch richtig teuere Bücher dabei.

Nur ist bei diesen Veränderungen die Frage, wann  der stationäre Buchhandel vertrieben ist oder welche Zusatzangebote sich ein Laden einfallen lässt (z.B. Vorlesungen und Vorträge) um die Menschen in den Laden zu locken.

Und es ist auch eine Frage, wann die Bibliotheken zu machen. Diese haben auch schon eine mehr oder weniger große Bibliothek an eBooks.  Als Kind war ich regelmäßig in der Bücherei. Ich habe es geliebt, durch die Bücher zu stöbern und unter 10 Büchern bin ich da nie raus. Kein Wunder, dass ich auch heute noch  Bücher liebe . Allerdings ist es bei mir ein Mischmasch aus eBooks und gedruckten Büchern. Manche Bücher sind einfach zu schön um sie nur als eBook zu haben.  Die sind auf so schönem Papier gedruckt, was sich gut anfassen lässt oder haben tolle Bilder drin. Manchmal tue ich mich mit der Entscheidung schwer, welches ich online kaufe und welches gedruckt. Die,  die ich eher schnell mal durchblättere und quer lese oder die, die ich sofort haben will, die kaufe ich online.

IT-Systeme

Auch die IT-Systeme wandeln sich. Für Dinge, bei denen es vorher Beratungsgespräche gab (z.B. für die Einführung einer Software) gibt es jetzt eine Anwendung, in die der Anwender alles zu seinem Thema eintragen kann. Diese  steuert dann auch die elektronische Information weiterer Beteiligter. Früher wurde geredet naja oder Papier ausgedruckt und verschickt und abgeheftet.

Viel mehr Firmen setzen Webanwendungen ein. Diese sind komplex zu programmieren und für kleinere Firmen ist es zu teuer, sich eigene Leute zu halten. Also werden Externe Firmen und Berater eingekauft, die bei der Einführung unterstützen und die Programmierung übernehmen. Früher wurden auch Anwendungen selber programmiert (Access, Excel. Lotus Notes, Oracle…). Aber das stirbt immer mehr aus.

Cyberkrimimalität und Datensammlung

Leider spielt diCyberkriminalitäte zunehmende Digitalisierung des cyberkriminellen in  die Hände. Immer mehr Hacker sind unterwegs und versuchen über das Hacken von Firmennetzwerken an Daten und an Geld ran zu kommen. Kritisch sind vor allem sensible Daten und Bereiche wie z.B. von der Bundesregierung oder Netzwerke von Stromanbietern oder Krankenhäusern, deren Daten über einen Trojaner verschlüsselt werden, und erst gegen Überweisung von Lösegeld wieder entschlüsselt werden.

Aber auch zuhause muss man gewaltig aufpassen, was man im Internet tut und welche Anhänge man öffnet oder welche Daten man preisgibt (gewollt oder ungewollt). Und manche schlucken schnell die Datenkröte und nutzen gängige Tools wie Whatsapp, Facebook oder Google.

Schnell fallen die Leute auf plumpe oder gut gemachte Phishing-Attacken rein und schwubs ist das Konto abgeräumt. Oder durch das Öffnen eines falschen Anhangs wird das Firmennetzwerk verseucht.

Neue digital Produkte

Immer mehr neue digitale Produkte entstehen. Und gerade im Bereich der Weltverbesserungsanwendungen passiert so einiges, sei es im Bereich Umweltschutz, Veränderung der Gesellschaft, Unterstützung  von Hilfsbedürftigen etc.. Das  entstehen faszinierende Möglichkeiten für Menschen, sich zu entfalten oder anderen zu helfen. Auch die vielen kostenlosen eLearnings (genannt Moocs) passen gut in das Informationszeitalter.

Es gibt eine ziemlich große Menge an Startups, die dann Geld auf  hoch dotierten Wettbewerben, Pitches vor Business Angels oder im Crowdfounding Geld einzusammeln. Und einige gehen schnell wieder baden, denn es gibt so viele kostenlose Apps und Webanwendungen, dass dann doch nur wenige dafür bezahlen möchten. Und von irgendetwas müssen ja die Gehälter gezahlt werden.

Versicherungen

Auch diese Firmen stehen in einem immer härteren Wettbewerb. Es gibt einige Vergleichsplattformen und viele Menschen haben Spaß daran, jedes Jahr zur billigsten Versicherung zu wechseln. Das verursacht nicht nur Aufwand bei den Firmen, es gehen auch regelmäßig viele Kunden verloren.

Im Netz ist transparenter, was so in den Firmen passiert, so dass auch Firmen mit guten Ideen baden gehen, wenn unschöne Details z.B. von Sexparties auf obersten Ebenen deutlich werden.

So ist das alles sehr fragil. Kleine „Fehler“ oder Fehleinschätzungen können große Auswirkungen haben.

Community, Netzwerke

Es gibt viele Online-Communities und Netzwerke. Dadurch  kriegt man Verbindung zu immer mehr Menschen – virtuell und manchmal auch persönlich. Man  findet spannende Informationen, die man eigentlich gar nicht gesucht hat. Trifft immer mehr Menschen aus bestimmten Interessengruppen – das Internet macht es einem da leicht. Man kann sich in Foren austauschen, kriegt Fragen beantwortet, kann sich verabreden,  einen Job oder Partner finden und und und.

Ist einem langweilig, ist bestimmt gerade jemand online oder es gibt ein spannendes Spiel oder etwas zu lernen oder zu lesen. Und manchen bleibt kaum noch Zeit für echte Freunde oder dafür mal ruhig in der Natur zu sitzen und nichts zu machen.

Fazit

Ich hoffe, es ist ein wenig an ganz einfachen Beispielen deutlich geworden, was Digitalisierung ist und was sie mit uns tut.

Ob das gut oder schlecht ist, muss jeder für sich entscheiden. Sie bietet neue Chancen, hat aber auch neue Risiken. Und sicherlich lieben nicht alle die Veränderungen, die im Berufsleben – wo man über seine Teilnahme meist nicht frei entscheiden kann  –  von den Menschen erwartet werden.

So muss man informiert und auf dem aktuellen Stand bleiben  und sich entscheiden, wo man mitmacht (im Privatleben zumindest) und wo nicht. Oder man ergreift die Chancen, die einem die Digitalisierung bietet z.B. durch berufliche Veränderungen oder Umsetzung eigener Ideen.

Wichtig ist für mich, dass wir nicht vergessen, dass wir Menschen sind und dass Menschlichkeit und gut miteinander umzugehen  sehr wichtig ist. Das heisst auch Treffen mit Menschen, tiefgreifende Gespräche, Kultur, Teamwork, Zusammenhalt sind wichtig bei all den Möglichkeiten, die die Online-Welt uns heute bietet.

Insgesamt ist es aber eine spannende Welt und kommt Menschen wie mir, die technikaffin sind und Informationen in sich aufsaugen,  irgendwie  zugute. Umso wichtiger sind  regelmäßige Zeiten mit Ruhe und Entspannung oder einem Treffen mit guten Freunden.

Weiterführende Informationen:

Am Ende noch ein paar Links für die, die sich weitergehend informieren möchten. Aber je nach Interesse und Themenschwerpunkt gibt es diverse Informationen dazu im Netz.

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