Fehlgeleitetes Marketing: Aufdringliche Werbung in einem Webinar

Marketing und Erfolg

Ich habe gerade erst an einem merkwürdigen Webinar teilgenommen. Und da das für mich so krass war, konnte ich nicht umhin, Euch daran teilhaben zulassen.

Ich hatte auch einer Online-Konferenz ein nettes und seriös wirkendes Interviewvideo gesehen und habe mich so für den Inhalt interessiert und wollte daher auf dem Webinar mehr darüber erfahren. Auf der Webseite wurde ein Kurs angeboten, der mich interessierte, aber es gab leider keinen Preis dazu. Also hoffte ich, im Webinar mehr darüber zu erfahren.

Das ganze lief dann so ab.

Schritt 1: Die Anmeldung

Das Webinar konnte man auf der Webseite – also nicht bei einem der Webinaranbieter wie z.B. Edupip  – kostenlos buchen.

Es gab fast alle 2 Stunden einen Termin und so hab ich mir einen Termin für den nächsten Tag ausgesucht.

Schritt 2: Abfrage von Daten

Direkt nach der Anmeldung sollte ich diverse Fragen beantworten und auch ein paar recht persönliche Fragen für das Webinar stellen – was ich natürlich nicht gemacht habe.  Zum Glück, war das Beantworten der Fragen keine Grundvoraussetzung für die Webinarteilnahme.

Schritt 3: Erinnerungsmails

Nach der Anmeldung bekam ich dann gefühlt alle paar Stunden eine Erinnerung an das Webinar und fand das schon etwas merkwürdig, denn ich bin ja nicht senil.

Schritt 4: Das Webinar

Das Webinar lief meiner Meinung nach vollautomatisch ab und der Autor lag bestimmt irgendwo am Strand (Er rühmt sich damit, so bequem sein Geld zu verdienen) aber war sicher nicht mit uns online.

Es waren über 150 Leute bei dem Webinar und wir sahen eine automatisch ablaufende Präsentation und hörten ihn dazu. Der Chat war deaktiviert. Macht ja auch keinen Sinn, wenn keiner antwortet. Auch ein Video von dem Sprecher gab es nicht.

Nach der Vermittlung von ein Infos und Erfahrungen (die natürlich auch hochgejubelt wurden), wurde in einzelnen Steps aufgezählt, was die Dienstleistung eigentlich kostet.

Erst 500 Euro, dann 1200 Euro und am Ende waren es über 5000 Euro. Hallo? Für ein Online-Angebot?

Aber dann kam der Brüller und das erinnerte mich ein wenig an Auktionen auf dem Fischmarkt – nur dass der Fisch hier ordentlich stank – meiner Meinung nach.

Denn wenn man JETZT innerhalb der nächsten 10 Minuten klickt und kauft, dann kostet es nur 500 Euro und auch nur für Teilnehmer des Webinares. Und er weiss nicht, ob es nochmal so ein Webinar (äh, in 2 Stunden läuft das nächste) geben wird und er diesen Preis noch lange halten kann.

Und wenn man JETZT klickt, kann man schon in der nächsten Minute über die ganzen Infos verfügen und in der Community dabei sein. Und natürlich lief auch noch eine Uhr mit einem Countdown von 10 Minuten runter.

Dieser Werbeblock wurde unterstützt durch einen fetten Pfeil, der sich bewegte und auf den Kaufen-Button zeigte.

Insgesamt kam dieser Werbeblock mit der Aufzählung der eigentlichen Kosten ca. 5 mal hintereinander. Ich musste erstmal auf den Kalender gucken ob, der 1, April war. Nee, wir haben November.

Manchmal frage ich mich echt, wer auf so was rein fällt. Dabei muss der angebotene Inhalt gar nicht mal schlecht sein, aber bei so einer aufdringlichen Marketingmethode bin ich zumindest sofort weg.

Schritt 5: Nachträgliche eMails

Natürlich war nach dem Webinar nicht Ruhe, denn ich bekam noch eine eMail, dass ich die Aufzeichnung nur noch 12 Stunden lang einsehen könnte und dann wäre sie für immer gelöscht. Tschüss dachte ich mir und hab mich erstmal aus dem Verteiler abgemeldet. Ich hoffe, das hilft.

Allerdings bei dem vielen Technikaufwand komisch, dass es keinen Abgleich gibt, wer im Webinar war und wer nicht. Aber vermutlich ist auch das Teil des Marketings, damit man nochmal die Chance auf die Buchung für 10% des angeblichen Originalpreises hat.

Mein Fazit:

Mit solchen Werbemethoden kann man sich auch sein Geschäft kaputt machen und ich frage mich wirklich, wer so etwas dann ersthaft bucht. Und ich frage mich ob der, der gute Inhalte anzubieten hat, so was wirklich nötig hat. Wie gesagt, zum Inhalt kann ich nichts sagen, aber ich fühle mich da doch etwas veräppelt.

Das ist so ähnlich wie bei einem Fernstudienanbieter, der ständig Sonderpreise auf den Monatsbetrag anbietet, indem dann einfach die Laufzeit verlängert wird. Und dann wird noch ein Aufkleber mitgeliefert, der außen auf den Umschlag soll und um bevorzugte Bearbeitung bittet.

Und einmal kam von dem dann auch so ein Bauchpinselbrief. Ich wäre aus allen Leuten meines Bundeslandes für ein Stipendium ausgewählt worden und wenn ich bis zum Datum xy einen Kurs buche, spare ich 20% (diesmal aber wirklich und nicht nur durch die Ratenverlängerung).

Halten die die Leute wirklich für so dumm? Allein diese Werbemasche schreckt mich ab, dort einen Kurs zu buchen. Scheinbar verlaufen sich manche Anbieter in bestimmten Marketingstrategien und merken gar nicht, dass sie damit ordentlich an Glaubwürdigkeit verlieren.

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